Das dicke "X"


Es ist wieder soweit. Ostern steht vor der Tür ... aber dieses Jahr frage ich mich: Wie genau soll das klappen mit dem feiern?

Schließlich stecken wir ja alle in der Corona Krise und dürfen eigentlich niemanden besuchen und wenn doch, sollten wir 1,5 Meter Abstand halten.

Na dann bleibe ich doch lieber alleine in meinen eigenen 4 Wänden und schaue gemütlich einen Osterfilm. Denn auf einen Maßband Tag habe ich eigentlich gar keine Lust. Ist vielleicht auch besser so, denn schließlich gehöre ich zur Risikogruppe durch meine Lungen- und Bronchien- Vorerkrankung.

Also eigentlich stecke ich ja komplett in der "vor" Oster Stimmung. 

Mir gehts kacke und ich bin alleine.

 

Irgendwie... also ich meine ja nur. Jetzt kann ich mich vielleicht annähernd so fühlen, wie Jesus damals.

Ostern beginnt mit Karfreitag. Wohl einer der traurigsten und dunkelsten Tage vor Ostern. An diesem Tag denken wir als Christen an Jesus der am Kreuz elendig starb.

Das Kreuz markiert wie ein dickes "X" den Mittelpunkt in der Geschichte von Gott und den Menschen. Das "Wort vom Kreuz" ist unser Zentrum. Daran glauben wir.

In Amerika heißt der Karfreitag "Good Friday" ... Gut? 

Was soll denn daran gut sein, wenn ein Mensch blutend an einem Holzkreuz stirbt? Was soll an einer Hinrichtung gut sein?

 

Beginnen wir doch am Besten mal von vorne.

Jesus war der Superstar aller, aber zunächst sieht die Kreuzigung aus wie das abrupte Ende der Karriere Jesus.

Sie ist das Ende eines begabten Redners, der vielen Menschen geholfen und Kranke wieder gesund gemacht hat.

 

An einen Tag begrüßt ihn das Volk jubelnd bei seiner Ankunft in Jerusalem. Doch dann, am nächsten schreit es "Ans Kreuz mit ihm!"

Jesus wird verhört, misshandelt, blutig geschlagen und schließlich ans Kreuz genagelt. Er hing dort .... Alleine, von allen verlassen.

 

Wenn ich dieses Jahr an Ostern denke, dann geht es mir genau so.

Komplett alleine und verlassen. Ich muss dieses Jahr so gut es geht Abstand halten und alleine feiern. 

 

Warum passiert das alles? Sind wir Gott denn egal?

War Jesus Gott egal? Es scheint ihn irgendwie nicht zu interessieren, was gerade passiert. Was mich beschäftigt und was mit seiner Welt passiert. 

 

Aber ist es nicht so, dass es sich nur dann bemerkbar macht, wenn es uns nicht gut geht, und wir wirklich darauf hoffen, endlich ein Signal von oben zu bekommen. Ich weiß eigentlich, dass alles gut wird, aber er soll es mir doch endlich zeigen.

 

War es nicht bei Jesus genauso?

Hat er etwa seinen Leuten ein tolles, unproblematisches Leben versprochen? Mehrmals sagte er, dass wir wegen unseres Glaubens leiden und zweifeln werden.

 

ALSO: Augen auf und Perspektiven wechsel!

 

Jesus hing am Kreuz und war am Ende. Er wusste, dass er sterben wird. Er hing dort, völlig verlassen. Nicht einmal Gott hatte er an seiner Seite.

"Gegen drei Uhr rief Jesus mit lauter Stimme:" Eli, Eli, lama asabtani?"

"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen" (Matthäus 27,46)

 

Und was macht Jesus in diesem Moment, wo Gott sich von ihm abwendet - im Moment der größten Verlassenheit also - wendet sich Jesus an genau den Gott, der ihn verlassen hat!

 

Jesus stirbt. Er war unschuldig" und von Gott verlassen.

An Karfreitag wird deutlich: Jesus war mehr als ein Vorbild oder ein Lehrer. Sein Ziel war nicht nur, die Welt ein bisschen zu verbessern oder den Menschen eine Anleitung zum perfekten Leben zu geben. 

Er kam, um stellvertretend für die Menschen ein Leben zu leben um sein Leben für die Menschen hinzugeben.

 

Warum?

Auch wenn alle in einer gerechten Welt leben wollen - Menschen handeln nicht gerecht: Sie leben aus Kosten anderer. Es fängt mit einer egoistischen Einstellung an und endet im Krieg.

Immer und immer wieder verletzten sich Menschen gegenseitig. 

Sie wenden sich von Gott ab. Sie verspotten ihn. Wir müssen nur in die Zeitung schauen, um zu wissen: Diese Welt ist ungerecht. 

Und ich bin nicht perfekt. Ich weiß, dass ich genau so bin.

 

Ich glaube, dass es einen Tag geben wird an dem Gott diese Welt richtet.

An dem er jedes Unrecht bestrafen wird. Ein Tag, an dem alles an Licht kommt. Doch ich muss keine Angst vor diesem Tag haben.

Die gute Nachricht von Karfreitag lautet - "Good Friday": Jesus hat am Kreuz den Platz mit mir getauscht. Er hat meine Strafe auf sich genommen. Er hat mir sein vollkommenes Leben geschenkt.


ES IST VOLLBRACHT!

Jesus macht das heil, was ich zerbrochen habe. 

Durch seinen Tod am Kreuz macht Jesus mich in Gottes Augen gerecht und heil.

 

Der gekreuzigte und auferstandene Jesus, ist der Jesus, von dem Christen reden. Sie erinnern sich gegenseitig und andere immer wieder an das dicke "X". Ganz besonders an Karfreitag.

Einen Christen macht das aus, was Jesus am Kreuz getan hat.

Kurz vor seinem Tod, hat er es auf den Punkt gebracht.

"ES IST VOLLBRACHT!

Das ist ein guter Tag um sich zu Freuen: Happy FriYay.


Und ist es nicht das was Ostern ausmacht?

Ganz egal ob Du alleine bist, oder nicht?

Denn mit Jesus an deiner Seite und vor allem an Ostern bist du niemals alleine.

 

Und jetzt lehne dich zurück und höre dir dieses Lied an.

Es soll eine Ermutigung für DICH sein!

Keine Angst, du darfst Jesus deine Verzweiflung, deinen Schmerz und deine Wut anvertrauen. Vor Gott musst du nichts verharmlosen oder verleugnen. Er weiß es eh schon. Außerdem darf ich mir sicher sein, dass Jesus diese Verzweiflung, Ängste und Wut versteht.

Er hat all das am eigenen Leib und Geist durchgemacht.

1. In der dunkelsten Stunde, wenn ich nicht mehr atmen kann.

Angst liegt auf meiner Brust, das Gewicht der Welt liegt auf mir

alles bricht zusammen, alles, was ich bisher je erfahren habe

ich frage mich, ob ich ganz allein bin.

 

2. Ich werde meine Augen heben, auch wenn es schmerzt

über all den Lügen, weiß ich, dass du mir einen Weg weisen kannst

Ich habe Riesen fallen sehen, ich habe gesehen, wie sich Berge bewegt haben

Ich habe gesehen, wie sich das Wasser teilte wegen Dir. 

 

Chorus: Ich erinnere mich, ich erinnere mich.

Du warst immer treu zu mir.

Ich erinnere mich, ich erinnere mich

auch wenn meine eigenen Augen Dich nicht sehen konnten,

Du warst da, Du warst immer da!

 

 Bridge: Ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken

Ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken

Ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken

Deine Güte, Güte.


Du bist niemals alleine.

Und wenn du bis hierher gelesen hast:  Trau dich noch einen Schritt weiter.

Wenn du diesen Jesus noch nicht kennst, möchte ich dich ermutigen, das nachfolgende Gebet laut zu lesen (Such dir kurz eine ruhige Ecke, wo du alleine bist und dich konzentrieren kannst). Lese den Text so, als wenn du Jesus gegenüber stehen/sitzen würdest. 

Glaube mir, er wird dich hören und sich bei dir melden!
Erwarte kein Feuerwerk oder Krachen, manchmal kommt er auch einfach in der Stille.

 

"Danke Jesus, dass du am Kreuz mit mir den Platz getauscht hast.

Ich mache Fehler, ich bin nicht perfekt, und ich lebe mein Leben oft so, wie es nicht sein sollte. Manchmal merke ich es und drehe um.

Manchmal merke ich es aber nicht und renne gegen eine Wand.

Danke, dass ich mir dafür deine Vergebung und Liebe immer wieder ins Gedächtnis rufen darf und sie annehmen kann.

Hilf mir zu glauben und zu verstehen, was dein Tod am Kreuz bedeutet.

Ich möchte dir vertrauen.

Heute zum ersten mal oder wieder neu.

Ich will auf das Kreuz schauen und dass was du dort getan hast.

Danke, dass du alles vollbracht hast."

Amen,


...Denke nochmal drüber nach ob es wirklich so schlimm ist, 

an Ostern alleine zu sein!

Ich feier den Tag jetzt schon

 

 

und jetzt denke ich mir:

Jesus Du und Ich an Ostern? 

Date? Geht klar! Ich bin da,