Wenn der Tag gekommen ist


"Wenn der Tag gekommen ist und ich meine Augen schließe.

Und mich mein Löwenmut verlässt. Wenn der Tag gekommen ist und ich mit dem Wasser fließe. Hoffe ich, dass ihr mich nicht vergesst.

Ich will keine Trauerreden, ich will keine Tränen sehen. Kein Chor der Halleluja singt.

Ich will, dass ihr feiert – Ich will, dass ihr tanzt. Mit nem Lächelnden Blick.

Und nem Drink in der Hand, nem Heißluftballon, auf dem riesengroß steht: Das Leben ist schön, auch wenn es vergeht. Und wenn ihr schon weint, dann bitte vor Glück. Dann bin ich da oben und ich sing mit euch mit." (Song Sarah Conner: Das Leben ist schön)


In meinem vorherigen Beitrag habe ich geschrieben, dass es beim nächsten Beitrag um Sternenkinder geht. Hier ist er nun. Ein Beitrag der mich sehr beschäftigt und mich zugleich traurig macht.

 

Kennst du Sternenkinder?

Hast du schon mal davon gehört, oder es selbst miterlebt?

 

„Die Welt dreht sich. Die ganze Welt dreht sich um mein Kind, als es sich angekündigt hat. Das Herz war voll Liebe und am liebsten hätte ich nur noch drüber gesprochen. Namen über Namen fliegen mir durch den Kopf: Jennifer, Zoe,Mina oder Julie bei einem Mädchen. Maxi, Louis, Finn, Jaron bei einem Jungen. Ich malte mir aus wie es aussehen wird. Ich stellte mir vor, wie es geworden wäre, wenn …“ (J.27, Sternenkindmama)

 

Sternenkinder sind Kinder die im Mutterleib sterben.

Es sind Kinder die nach der Geburt sterben.

Es sind Kinder die während der Geburt sterben.

Es sind Kinder die viel zu kurz auf dieser Welt sind.

 

Aber warum sagt man eigentlich Sternenkinder?

Die Weihnachtsgeschichte erzählt von einem Stern, weit sichtbar …

Er kündigt die Geburt des Gotteskindes an und weist den Hirten und den anderen den Weg dorthin. Daher kommt auch der Brauch, dass man den Geburtstermin mit einem * markiert.

Das Alte Testament sagt, dass Gott Abraham einen Sohn schenkt und wählt das Bild des Sternenhimmels. „Sieh zum Himmel und zähle die Sterne. Kannst du das? So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!“

 

Und das Kinderlied – „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“

Psalm 147: Gott zählt die Stern und nennt sie alle mit Namen

 

Heutzutage werden also Kinder die während oder nach der Geburt sterben, bildlich den Himmel erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken als Sternenkinder bezeichnet.

Es macht mich sprachlos, dass Babys tot zu Welt kommen oder kurz danach sterben. Dafür habe ich wenige bis gar keine Worte. Ich finde keinen Trost für Familien die so etwas miterleben müssen.

Alles was ich dazu sage, ist eher eine Vertröstung und eigentlich komplett leere Worte.

Kann das der Grund sein, warum dieses Thema „tot“ geschwiegen wird?

Ist das ein möglicher Grund, warum Fehlgeburten oder eine Totgeburt verheimlicht wird?

 

Ich habe mich bevor ich mich hiermit befasst habe informiert – ich durfte Frauen kennenlernen die ein Sternenkind zu Grab getragen haben. Ich habe Geschichten gelesen in unterschiedlichsten Foren und Webseiten…

Ich habe gelesen, dass verwaiste Elternteile die Straßenseite wechseln, nur um nicht darauf angesprochen zu werden, nachdem ihr Baby gestorben ist.

Ich habe Familien kennengelernt, die immer gezielt und gekonnt das Thema wechseln, wenn es darum geht.

 

Und hier sollte Stopp sein!

Ich finde, das Thema sollte kein Tabu Thema sein – es sollte ausgesprochen werden!

Ich finde, man sollte darüber reden und es nicht totschweigen.

Schließlich leben wir im Hier und Jetzt – wir sind nicht Herzlos, wir gehen akzeptierend damit um.

 

Aber das ist nicht alles.

Es gibt da einen Arzt, der der Mutter ihr totes Kind auf die Welt gebracht hat sagt: „Nö, ihr Kind können Sie nicht sehen. Habe ich schon entsorgt.“

Die Stationsschwester legt das tote Baby in eine Wiege zu den putz munteren anderen Babys und sagt zur Mutter: „Da drüben können Sie ihr Baby ansehen, bevor wir es entsorgen.“

Dann gibt es Pfarrer die die Beerdigung eines toten Babys verweigern:

„Es hat noch nicht mal gelebt. Du kannst noch mehr Kinder bekommen.“

 

… noch viele weitere Herzlose Nachrichten habe ich bekommen, nachdem ich nachgefragt habe. Und es bricht mir das Herz, was Mütter und Familien durchmachen müssen. Ist es denn nicht schon schwer genug, ein totes Kind zur Welt zu bringen. Zu wissen, dass es tot zur Welt kommt und dann bekommt man von den Ärzten und Schwestern noch so einen Schlag ins Gesicht.

 

Dieses Thema ist und bleibt ein Thema das viele nicht ansprechen wollen oder können.

Wer mich kennt, weiß wie gerne ich Kinder haben möchte und je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr bekomme ich Angst vor dieser Vorstellung.

 

Es macht mich sprachlos. Und es ist Namenlos.

Ich meine denken wir zurück:

Was passiert mit dem Kind, das in der zugefrorenen Bucht lag und an Unterkühlung gestorben ist – damit die Mutter flüchten konnte.

Wer hat es gefunden? Wer hat es begraben? Wie war sein Name?

 

Was passiert im Krankenhaus mit dem „entsorgten“ Kind, das die Eltern nicht sehen durfte?

Wer sind die vielen vermissten Kinder?

Die Familien kennen die Namen der Kinder, tragen sie im Herzen. Für alle anderen sind es Namenlose.

Für mich ein Namenloses Schicksal das sprachlos macht.

 

In Lukas 10, 20 steht (Vgl.):

„Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“

„Und ich versichere euch: Ihr könnt stolz sein, auf das was ihr durchgemacht habt! Ihr seid auserwählt diese Last zu tragen, diese Last zu überstehen.“

Gott würde uns nie mehr geben als das wir tragen können."

Jesus sagt zu dir, wenn du das gerade liest und dich angesprochen fühlst:

Nicht die Taten sind entscheidend, sondern, dass Gott sie kennt, sie mit seiner Liebe umfängt und ihren Namen fest bei sich bewahrt. Nichts und niemand geht bei ihm verloren.

 

Wir können nichts und niemanden halten, aber die, die wir halten wollen sind bei Gott in Sicherheit.

 

Und damit sind auch wir gehalten in unserer Trauer, mit unserem Scherz und unserem Kummer.


Was denkst du?

Denk mal daran, wie glücklich deine Kinder wären,

DICH als Mutter oder Vater zu haben.

Du hast dein Kind geliebt und ich bin mit sicher, dein Sternenkind hätte auch dich geliebt.

 

Und dann gibt es auch diejenigen, die selbst im hohen Alter miterleben, dass ihre längst Erwachsenen Kinder vor ihnen sterben, durch einen Unfall, oder eine Krankheit.

Wie verkraften Eltern das, wenn ein Kind stirbt?

Ich bin mir sicher, es kann in einem Menschenleben viel Leid geben, aber ein Kind bzw. sein eigenes Kind beerdigen zu müssen, ist nach meinen Erlebnissen das Schlimmste, was einem im Leben geschehen kann, unabhängig davon wie alt das Kind hätte werden können und wie alt man selbst ist.

 

Ich glaube, dass es jedes Mal Gottes Wille ist, wenn das Leben beginnt, weil er der Schöpfer alles Lebens ist. Ich glaube, dass jedes noch so kleine Wesen auch von Gott eine Aufgabe bekommt, die es allein mit seiner Entstehung erfüllt.

 

Ich weiß nicht, warum das eine Leben so früh endet, und ein anderes nicht.

Aber ich vertraue zutiefst darauf, dass jedes dieser Kinder bei Gott geborgen sind und bleiben bis wir selbst nachkommen werden.


Hartes Thema das mich sprachlos macht...

Lasst uns nicht mehr darüber urteilen,

wer wann oder warum schlechte Laune hat.

Lasst uns lieber auf die Menschen eingehen und sie ermutigen.