Ich bring Farbe in dein Leben


Immer wieder begegneten mir Menschen, die anders waren. "Sie sind behindert", höre ich dann einige sagen. "Bleib weg von denen, die sind anders. Mit denen kommt man nicht klar"

 

Ihr kennt doch sicher den Spruch: Das Leben ist kein Ponnyhof.

Und das ist es wirklich nicht! Es ist nicht mal annähernd immer Sonnenschein und Liebe - wie man es in den meisten Filmen sieht.

Meine Stimmung in den letzten Monaten lag immer genau zwischen himmelhoch jauchzend, lachend und zu Tode betrübt - und das innerhalb weniger Sekunden.

Aber: Freude und Leid gehören nun mal zum Leben. 

Schwierigkeiten, Tot, Trauerfälle, Diagnosen und Krankheit sind genauso ein Teil des Lebens wie Freude, Gelassenheit, Spaß und die Geburt eines neuen Lebewesens.

Aber ich durfte lernen, dass es manchmal die schweren Situationen sind, die das Leben lebenswert machen und es die Momente sind, die mich am meisten weiterbringen und die größten Schätze bereithalten.

Deshalb, wenn du auf der Suche nach dem echten Leben bist - lies doch mal weiter und nimm alle Sonnenstrahlen und Schattenmonster mit.


1. Wir sollten das Leben lieben von Anfang an.

Jedes Leben beginnt mit einer Geburt. 9 Monate lang wächst ein kleines Würmchen heran. Jedes gesunde Kind ist Grund zur Dankbarkeit!

Leider, stellt sich nicht immer bei werdenden Eltern diese Dankbarkeit heraus.

Denn manchmal macht die Biologie dem heranwachsenden Würmchen ein Strich durch die Rechnung. Es stellt sich während der Schwangerschaft heraus, dass das Kind mit einer schweren Behinderung zur Welt kommen wird.

Die Ärzte stellen die Eltern vor die Frage: Ist eine Abtreibung die bessere Wahl ...

Oftmals entscheiden sich Frauen aber auch aus anderen Gründen gegen das Kind: un-abgeschlossene Berufsausbildung, keine Ahnung wie sie für das Baby sorgen können ohne Geld, wird mich meine Familie unterstützen?

 

Eine Bekannte von mir stand genau vor dieser Frage!

Sie lernte einen Mann kennen und hätte nie gedacht, dass es so schnell geht - sie wird nach nicht einmal 3 Monaten Beziehung schwanger.

Es muss also von Gott gewollt sein, dachte sie.

Aber ihr Freund will weder heiraten, noch Kinder haben.

Sie macht sich Gedanken - wie wird sie vor ihren christlichen Freunden dastehen, was werden diese denken...

Sie kann nicht mehr klar denken, und entscheidet sich gegen ihr Wunschkind.

Eine andere Freundin stand ebenfalls vor dieser Entscheidung.

Tanja (ich darf sie hier erwähnen) war schwanger und in der 32 .Woche stellten die Ärzte den Verdacht auf eine Behinderung. Sie hatte die Wahl eine Blutuntersuchung zu machen - die 500 Euro kostetet, oder eine Fruchtwasseruntersuchung.

Beides lehnte sie ab - denn 500 Euro sind schon ziemlich viel, und bei einer Fruchtwasseruntersuchung ist das Risiko sehr groß, dass dem Kind etwas passieren wird.

Tanja verstand die Ärzte nicht und hakte nach. Als Antwort bekam sie:

"Naja, dann hätten Sie es schwarz auf weiß und dürften Abtreiben"

Tanja war schockiert und verstand die Ärzte nicht: Es ist doch mein Baby und  es ist doch fast "fertig", ich kann das nicht töten."

Die Ärztin erwiderte und fragte, "was sie denn mit so einem Kind wolle."

Darauf antwortete Tanja nur: LIEBEN! - Sie verließ die Praxis.

Als ich Tanja kennengelernt habe war ich fasziniert, und schockiert zu gleich.

Wie mutig diese Frau ist ist - für mich unbeschreiblich schön!

Sie ist eine Kämpferin und hätte nie zugelassen, dass irgendjemand ihr Kind von ihr nimmt. 

Sie sagt: "Ich bin der Meinung, dass mein Kind oder jedes andere Baby mit Behinderung im Bauch selbst entscheiden darf, wann es geht. Alles andere würde ich niemals verkraften." Amen dazu!

 

 

Und das ist er: der kleine Kämpfer.Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich diesen kleinen Fratz lieb habe und feier für das was er tut!

Ein absoluter Segen dieser Mensch!

Wie es Tanja schon gesagt hat, die Kinder haben das Recht zu leben und selbst zu entscheiden wann sie gehen - so geht es vielen Familien.

Sie entscheiden sich für ihr Kinder und verbringen ein paar Minuten, Stunden oder Tage mit ihm bevor es dann in ihren Armen stirbt. (Sternenkinder: Darüber ich in meinem nächsten Beitrag berichten)

 

Die Möglichkeiten die es heute gibt, schon im voraus zu erfahren, ob mein Kind gesund ist oder nicht - verwirren und schockieren die meisten Eltern sehr. Ich glaube wenn ich schwanger wäre (und keine Ahnung von all dem  hätte) und wüsste, dass mein Kind mit dem "Downsyndrom" - Trisomie 21 oder einer anderen Behinderung zur Welt kommt, hätte ich furchtbar Angst, dies all nicht meisten zu können. Ich würde mir die schlimmsten Situation ausmalen , mir schreckliche Dinge vorstellen, womit ich nie umgehen könnte.

....

Und dann lerne ich Menschen kennen, die genau diesen Schritt gewagt haben - die ein solches Kind zur Welt bringen und es mehr als durchschnittlich meistern! Die mir Dinge erzählen, die ich nie für möglich gehalten hätte.

Tanja erzählte mir, wie stolz sie auf ihr Kind ist, wie toll er sich entwickelt, was für Fortschritte er macht und was für eine Liebe er in sich trägt.

Sie würde sich niemals vorstellen können, ein Leben ohne ihren Atreju.


2. Das Leben lieben - Mittendrin

Ich kenne das nur zu gut - Situation die einen aus der Bahn werfen. 

Dinge die nicht besonders "liebenswert" sind, die vielleicht nicht unseren Vorstellungen entsprechen. Wir hören uns Ermutigungen von anderen an, und hoffen, dass es bei uns auch so gut läuft.

 

... Lebenswert - wann ist dein Leben lebenswert?

Wenn du den perfekten Job gefunden hast?

Wenn du den perfekten Partner hast?

Wenn du alleine bist?

 

Ich glaube das Leben sollte immer lebenswert sein.

Nehmen wir nochmals das Beispiel von Tanja und ihrem Kind mit Trisomie 21 

(sie ist eine Hammer Persönlichkeit und ich möchte einfach von ihr berichten)

Wann ist ihr Leben lebenswert oder das von ihrem Sohn?

Sie wird ihr Kind niemals verstecken, sie ist stolz auf ihn.

Ihr Leben ist lebenswert, wenn sie ihr Kind bei sich hat. Sie ist mehr als dankbar für ihren Sohn, trotz dass er eine Behinderung hat ...

Was wäre wenn ich nun das Wort trotz ersetze und sage: Sie ist Dankbar für ihren Sohn, weil er eine Behinderung hat. Die meisten werden mich nun für dumm erklären, aber ist es nicht so - Sie kennt ihn nur so, er ist so zur Welt gekommen, weil Gott wollte, dass er so ist, Er möchte Tanja gebrauchen um andere zu ermutigen!

ALSO: Ersetzen wir das trotz und machen ein Weil daraus!

Tanja hat ein Leben ein sehr turbulentes, buntes Leben geschenkt bekommen.

Ein Leben mit ihrem Liebling, dass sich lohnt!


3. Das Leben lieben - bis zum Schluss

Mittlerweile ist es doch so, dass die meisten Menschen gar nicht mehr so alt werden möchten. Denn das Alter und der Tot wecken Ängste in uns. 

Trotzdem ist das Leben lebenswert und sollte bis zum Schluss gelebt werden.

Je älter man wird, desto mehr zwickt und zwackt es an unserem Körper.

Aber das "altern" besteht aus so viel mehr als aus Leid, Schmerz und Abschied nehmen. Manche Menschen starten im hohen Alter erst so richtig durch!

Aber fangen wir doch mal von vorne an. 
Ich wurde 23 Jahre und, ich bin gesund. Ich habe zwar auch meine Päckchen zu tragen und Kämpfe zu kämpfen aber mir geht es gut. Ich jammere trotzdem oft auf höchstem Niveau - ich kann das nicht, und das gefällt mir nicht, das fehlt mir noch, das könnte ich eigentlich auch mal hingehen, usw....

 

Ich denke an ein paar Monate zurück und sehe einen Freund vor mir, der sich das Leben nimmt - er hatte die letzten 2 Jahre sehr zu kämpfen und konnte sein Leben nicht mehr leben. Er war ein Wrack und hatte keine Lust mehr.

Das Leben leben bis zum Schluss - er hat gelebt, und sein Ende kam früher, er hat sein Ende selbst bestimmt, aus Angst und Verzweiflung.

 

Andere wären froh, wenn sie gesund wären, eigene Entscheidungen treffen könnten und niemals auf jemand anderen angewiesen zu sein.

Ich merke, wie ich mich selbst dabei ertappe, wie ich heimlich still und leise in meinem Köpfchen darüber nachdenke:

- wie schwer es Menschen mit Behinderungen  haben,

- wie sehr ich Angst haben müssen - haben sie das?

- ich stelle mir vor ... ich habe Angst, einmal solch ein Kind vllt. pflegen zu müssen - wie würde ich mich entscheiden?

 

Und dann fällt mir meine Abschlussarbeit ein meiner Erzieherausbildung:

Inklusion von Kindern mit Behinderung - in "Normalen" Tageseinrichtungen.

Ich denke an ein Zitat, welches ich dort verwendet habe.

Nick Vujicic ein Held, ein Vorbild für mich ein unglaublicher Motivator!

Er kam ohne Arme und Beine zur Welt und lebt, hat Frau und Kinder!

Seine Mutter sagte damals zu ihm: "Nehmen sie ihn weg, ich will ihn nicht sehen, ich will ihn nicht anfassen" Sein Vater hingegen sah Nick und sagte: "Du bist wunderschön".

Sie wollte ihn nicht sehen. Sie konnte ihn nicht so annehmen wie er geboren wurde. Sie stellte Gott infrage:

"Wenn Gott ein liebender Gott ist, warum lässt er so etwas zu?"

Jahre vergingen und irgendwann konnte sie ihren Sohn annehmen, ihn stärken und ihm zeigen, dass er geliebt wird. Durch diese Liebe und Annahme konnte Nick zu dem werden, was er heute ist.

 

WIR haben die Wahl! Entweder wir konzentrieren uns auf unsere Enttäuschen und Niederlagen - dann sind wir auf dem Besten Weg zur Verbitterung, des Zorns und des Selbstmitleids.

ODER - wir entschließen uns, aus allem etwas zu lernen und voran zu kommen. Wir übernehmen Verantwortung für unser Leben und für Glück.

 

JEDER MENSCH IST WUNDERSCHÖN UND KOSTBAR!

 


"Ich habe vielleicht keine Hände, um die Hand meiner Frau zu halten, aber wenn die Zeit gekommen ist, werde ich ihr Herz halten."

Heute ist Nick verheiratet und hat 4 quicklebendige Kinder.

"Ich entschied mich, andere zu ermutige. Ich entschied mich dankbar zu sein, was ich habe und nicht wütend über das, was fehlt.

Ich schaute mich im Spiegel an und sagte - weißt du was? Die Welt hat recht: Ich habe keine Arme und keine Beine. Sie sie können mir niemals die Schönheit meiner Augen nehmen. Ich will mich auf das Gute konzentrieren."

"Ich habe gelernt, jeden Tag für sich zu leben und mich nicht vom Unbekannten lähmen zu lassen. Heute bin ich Motivationstrainer, ich helfe Opfern von Missbrauch, Gewalt & Aggressionen, ihre Selbstachtung wieder zu finden. Ich denke, meine Erfahrungen habe mir ermöglicht, vieles über solche Dinge zu lernen: ich glaube an die Möglichkeit heil zu werden!"

(Vgl. Nick Vujici - Buch: Life without Limits)


Josua 1,9 sagt:

Sei mutig und entschlossen!

Lass dich nicht einschüchtern und habe keine Angst!

Denn ich, der Herr, dein Gott, stehe bei, wohin du auch gehst.

 

 

Und auch Tanja und ich wollen euch ermutigen - nach vorne zu sehen und euch FÜR ein solches Kind zu entscheiden!

Falls ihr gerade in solch einer Situation steckt oder Ermutigung & Unterstützung braucht, oder einfach nur einfache schöne Worte, dann meldet euch bei mir & ich werde euch gerne mit der lieben Tanja in Verbindung setzen - sie ist bereit und steht für all eure Fragen zur Verfügung!