Ja ich bin Christ, aber ich funktioniere nicht immer perfekt ...


Vor über einem Jahr ist mein Surfer Traum, den ich im Urlaub kennen und lieben gelernt habe ums Leben gekommen... 
Genau ein Jahr später, fährt sein bester Freund, der ebenfalls im Urlaub dabei war gegen einen Baum und liegt im Koma. 
War es Absicht, oder ist er wie viele Urlauber in Schweden über die Strassen geheizt und hat dann die Kontrolle verloren? 

Als ich mit jemand drüber geredet habe, bekam ich folgende Antwort:  „Wenn man sich umbringen will, dann schafft man das auch, wer nicht mehr leben will aus Schmerz etwas nicht verarbeiten zu können, den kann man nicht aufhalten. Merk dir das"

Ich war eigentlich auf der Suche nach Hilfe. Und Trost. Nach ermutigenden Worten. Nach Ratschlägen. Und dann sowas. Für mich ein Schlag ins Gesicht. 
Total aufbauend dieser Satz! 

Es tut einfach unfassbar weh, wenn ich dran denke wie es mich auffrisst - der Gedanke dass er nicht mehr da ist, der Gedanke dass sein bester Freund ebenfalls... 
Viel zu oft unterdrücke ich den Schmerz, viel zu oft habe ich keine Lust mich damit zu befassen. 
Und dann: liege ich da, weine, schreie und komme überhaupt nicht damit klar. 
So oft träume ich davon, wie es wäre wenn... 
Seit fast über einen Jahr ist dieser Gedanke da: 
Was wäre wenn... 
Dieser Schmerz scheint der treuste Begleiter meines Lebens zu sein.

Ein Begleiter, auf den ich gerne verzichten würde. Er geht aber nicht weg.

Wann hat dieser Albtraum ein Ende? 
Eine schwere Decke liegt auf mir. 
Ich fühle mich hilflos. Gefangen. Ich schreie, ich klage diesen liebevollen Gott an und.... 

Naja dann sind da meine "Freunde"?! 
- Na mensch, es wird besser, komm raff dich auf, vielleicht war's einfach nicht der Richtige. 
- Stell dich nicht so an, ist doch schon ein Jahr her, das ist Vergangenheit .
- Ach Mensch, Kopf hoch, es gibt soooo viele andere Typen! Komm wir gehen feiern.

   Trink einen Schnaps dann geht das schon wieder

Sich in solch einer Situation noch weitere Aussagen anzuhören, die verletzend sind, ist der Horror. 
Und so oft höre ich diese Worte:
„Man merkt ja gar nicht, dass du Christ bist. Vertrau doch mal mehr auf deinen Gott! 
Ich dachte er kann Tote aufstehen lassen, komm soll er deinen Typen doch wieder herholen"

Wer solche "Freunde" hat... 
Dankbar für euch? Nein Danke, ich bin dann gut genug wenn es ums Feiern geht, oder ums "Taxi" spielen irgendwo hin... Wenns um Gästeliste Plätze geht & ihr unbedingt mitwollt...
Dann erzählt man euch Dinge und bekommt solche Dinge an den Kopf geworfen! 

JA! 
Ich bin Christ, aber ich funktioniere nicht immer perfekt. Denn ich leide auch. 
Ich habe Hoffnung, aber ich kann auch niedergeschlagen sein. 
Traurig sein. Wütend sein! Krank sein. Verrückt sein. So wie jeder andere Mensch auch. 

Was mache ich, wenn ich derart verletzt wurde? Wenn mir Menschen, von denen ich Hilfe erwartet habe, nur noch mehr in dir Wunde stechen?  Wenn man Vorwürfe statt Ermutigung bekommt? 

Viel zu oft habe ich die falschen Menschen in mein Leben gelassen 
- von wegen #friendshipgoals...

Was ich von einer echten Freundin lernen durfte,

die mich in dieser Situation wohl am meisten versteht: 

Gefühle nicht verdrängen
Gefühle sollte man auf keinen Fall verdrängen. Das ist nicht gesund. Ich soll meine Emotionen nicht in mir lassen. Sie müssen raus. Nicht zu klagen, macht krank. Ich muss mir die Dinge von der Seele reden, damit ich gesund bleibe oder gesund werde. 
„Trauern ist besser als Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert.“ (Prediger 7,3)

„Es ist nicht gut, wenn man alles in sich hineinfrisst.“ 
Aber: ich will doch niemanden mehr belasten
Ich werde doch eh nie verstanden! 
Und außerdem sagen doch so viele, hör auf zu Jammern. Stell dich nicht so an!

Fazit: 
Ich muss die Dinge, die ich nicht allein tragen kann, mit jemanden teilen! 
Wir gehen zusammen durch das Leid, denn „zwei sind allemal besser dran als einer allein“ (Prediger 4,9). 
Wir können uns einander helfen. 
Sich immer allein durchzukämpfen, schafft keiner. Wie schlimm ist es, wenn man allein ist und niemand für einen da ist! (Vgl. Prediger 4,10)  

Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. (Römer 12,15)

Hoffnung im Schmerz
Irgendwann kommt der Tag, an dem Gott eingreift. Ich weiß nicht, wann. Ich weiß nicht wo und wie. 
Ich weiß, dass Gott einen Plan für mein Leben hat. 
Ich weiß nicht warum ich das mit T. erleben muss, ich weiß nicht warum ich diesen Schmerz ertragen muss... Aber es muss einen Sinn haben! 

Gott wird mich führen, er spricht in meinem Leben rein...

Und seit 2 Tagen so unfassbar stark, dass ich nur noch am weinen bin, weil es mich so sehr berührt. 
Er ist der Gott, der uns sieht. 

Selbst in der Bibel finden wir Typen die nur an Zweifeln waren... Josef zum Beispiel: 
Er saß zu Unrecht in einem Gefängnis... Er hatte doch alles richtig gemacht und wurde bestraft. 
Ich hätte es komplett verstanden, wenn er gesagt hätte: ey Gott, nö auf dich hab kein Bock mehr. 
Aber Josef, hat an ihm festgehalten, weil er wusste: Er hat was besseres vor. 
Das Ende der Geschichte war, dass Gott ihn nicht nur aus dem Gefängnis befreit hat, sondern ihn auch noch zum zweitmächtigsten Mann Ägyptens gemacht hat. 

Gott möchte uns nicht nur von unseren Problemen befreien, sondern uns auch noch seinen Segen erfahren lassen – Ein Segen, der viel mehr ist als das, was wir uns in unserem Leid vorstellen können. 
Ich bin gespannt,  wann ich erfahren darf warum dies alles genau so passieren musste wie es passiert ist. 

„Der Gott aber, der euch seine Gnade auf jede erdenkliche Weise erfahren lässt und der euch durch Jesus Christus dazu berufen hat, an seiner ewigen Herrlichkeit teilzuhaben, auch wenn ihr jetzt für eine kurze Zeit leiden müsst – dieser Gott wird euch mit allem versehen, was ihr nötig habt; er wird euch im Glauben stärken, euch Kraft verleihen und eure Füße auf festen Boden stellen.“ (1. Petrus 5,10) 

Und ich sage euch: L. der gegen den Baum gefahren ist wach! Er trägt zwar ein Korsett und hat einen Gips, aber er ist wieder topp fit! Was ist passiert? Ein Elch hat ihm sozusagen die Vorfahrt genommen.

Come on - he is back and he come back much more STRONGER!


JESSI, 22 

Die ihre Leben liebt, das Thema für sich angenommen hat,

darüber spricht und ganz "freiwillig" ihre Gefühle zulässt ...

vielleicht,

wenn es gerade die Zeit zulässt.

hihihi