Beziehungsstress mit Gott


Beziehungsstress mit Gott

Sonntag-morgen... ich quäle mich aus dem Bett und schaue auf die Uhr ... schon wieder 11 Uhr... schon wieder den Gottesdienst verschlafen *uuurghhss*

Kennst du das auch, oder bin ich da die einzige? Eigentlich will ich doch am Wochenende viel lieber liegen bleiben als mich aus meinem warmen kuscheligen Bett zu quälen oder? 

Spätestens am Sonntag-morgen schlägt das schlechte Gewissen zu, wenn man sich unter der Woche nicht um Gott gekümmert hat. 

Christen glauben an eine Beziehung mit Gott - das sollte eigentlich so laufen wie mit einem Partner in seinem Leben, einem Freund, einer Freundin, seinem Mann oder seiner Frau.

Soweit die Theorie, aber die Praxis sieht da leider immer irgendwie anders aus.

Es schleicht sich immer wieder der Beziehungsfrust ein.

Manche schaffen es nicht, regelmäßig Kontakt zu haben und dann bricht der Kontakt irgendwann an.

Genau so ist das leider viel zu oft zwischen Menschen und auch bei Gott.

Ich nehme mich da auf keinen Fall raus, denn ich schaffe es definitiv nicht regelmäßig Kontakt mit Gott zu halten. Und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich das letzte mal richtig an Gott gedacht vor einigen Wochen ... mit ihm aus tiefstem Herzen gesprochen sogar vielleicht vor einigen Monaten.

Andere die ich kenne haben andauernd ein schlechtes Gewissen, weil sie das Gefühl haben, dass ihre Beziehung zu Gott nicht tief genug ist.

Wirklich immer und immer wieder MUSS ich mich mit diesem Thema beschäftigen ... ich muss mit mir selbst kämpfen um an Gott ranzukommen. Ich muss meinen viel zu vollen Terminkalender aus meinem Kopf verbannen, damit irgendwo in der hintersten Ecke ein Platz ist für Gott.

Und wenn ich intensiv drüber nachdenke, macht es mich eigentlich sehr traurig.

Ich weiß genau, dass ich wenn ich in der Beziehung zu Gott wachsen will "MUSS" ich Zeit für ihn haben. Ich war mir nie genau sicher, ob ich Gott einfach nicht genug liebte, um das Verlangen zu haben, mit ihm zusammen zu sein, oder ob es einfach mein Dickkopf war und zu wenig Disziplin und zu viel anderes im Kopf und vor allem im Terminkalender.
 

Und jetzt denke nicht, ich will das alles so!

Ich kenne es eigentlich nicht anders: Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und lernte dort die Grundlage des Glaubens kennen. Ich lernte Beziehung zu leben, zu lieben und harte Dinge gut und sicher zu meistern.

Aber das alles zu Wissen, macht nicht gleich auch eine gute Beziehung.

Wenn mir jemand etwas über eine Person erzählt: wie sie aussieht, wie toll sie ist, wie zuckersüß sie war als sie mir Blumen gebracht hat, wie toll die Person skaten kann, was die Person gutes getan hat ... weiß ich sicher einiges über diese Person - und es kann mich vielleicht auch positiv inspirieren - 

ABER: Eine Beziehung habe ich noch lange nicht. Diese habe ich erst dann, wenn ich mich mit dieser Person treffe, sie kennen lerne, mir ihr spreche und Erlebnisse mit dieser Person teile.

ALSO: ZEIT mit ihr Verbringen (das kann nun auf der Liebes Ebene aber auch auf der Freundschaftlichen Ebene stattfinden)

In einer Beziehung zu Gott würde das also heißen, dass man mit ihm spricht, also BETET. 

Allerdings hatte ich einige Jahre eine echt "nicht funktionierende" Einstellung von Gebet - eine sehr trockene und " Ach glaub du nur was du denkst, das geht eh nicht. beweiß es mir" Einstellung.       

Als Kind sah ich viele Christen um mich herum und ich bekam dieses eine Bild von Gebet...jeder saß in einer Ecke im Raum, schloss die Augen und betetet und hoffte, dass etwas passiert ... am Ende weinten die Personen weil eben nichts passiert ist.

Also? Was kann der Gott eigentlich. 

Und genau das ist die größte Herausforderung: SICH SELBST AUF DEN WEG MACHEN,                    eine Beziehung mit Gott aufzubauen und Dinge hinter sich zu lassen, die einem dabei nur im Weg liegen.
Die Herausforderung ist, sich selbst auf den "Weg" zu machen, eine eigene Beziehung mit Gott zu bauen und Dinge hinter sich zu lassen, die dabei nicht förderlich sind.

Auf Freizeiten gab es immer eine Stille Zeit und das war auch cool, aber ...                                          Für mich persönlich war es eine große Hilfe, aus der "Stille Zeit" auszubrechen.                             

Ich merkte, dass ich nicht sitzen, die Hände falten oder täglich eine bestimmte Anzahl von Bibelversen lesen musste, um eine gute Zeit mit Gott zu haben.         

Mancher geht gerne spazieren und kann so Zeit mit Gott verbringen.             

Anderen hilft es, ihre Gebete an Gott aufzuschreiben und wieder andere singen.       

Es gibt so viele Arten, die Beziehung mit Gott aufzubauen. Es ist wichtig, dass jeder seine persönliche, ganz eigene Art der Beziehung mit Gott findet.


Eine Beziehung ist nicht kopierbar wie ein Ritual, sie ist einzigartig.

Sie braucht:

Verbindlichkeit, aber auch Spontaneität. Ich selbst verbringe mittlerweile fast jeden Morgen 10-20 Minuten mit Gott, bevor ich mich in den Alltag stürze

Ich habe Jahre gebraucht, an diesen Punkt zu kommen, es war kein Spaziergang. Lobpreismusik gehört für mich immer dazu, da es mir hilft, mich auf Gott zu konzentrieren und aufzuwachen.                      Ich lese manchmal die Bibel, manchmal teile ich Gott meine Gedanken und Sorgen mit, ab und an schreibe ich meine Gebete an Gott auf - oder ich mache alles zusammen. 

Oder meine Herzensfreundin hat wieder was von Gott aufm Herzen, schreibt mir und ... Ich muss zugeben, sie hat IMMER recht!



Was mir auch sehr geholfen hat:

Ich fing an Bücher zu lesen, in denen Menschen von ihrer innigen Beziehung zu Gott und von ihren begeisternden Erfahrungen mit Gott berichten. Das steckte mich an, und automatisch dachte ich:  "Das will ich auch!"

Oft haben wir ein falsches und in Wirklichkeit auch „unattraktives“ Bild von Gott. Was ist mein Bild von Gott: Ein zorniger Gott? Ein ferner Gott? Ein liebender Gott? Ein Gott, wo ich nicht verstehen kann, warum er Dinge zulässt ...

Gottes einzigartiger Charakter ist Güte, Liebe, Gnade und so vieles, was einfach gut und anziehend ist! 
 

Wann ist Gott zufrieden?

Eine Beziehung mit Gott zu bauen, ist ein Prozess, der ein ganzes Leben lang dauert. Das Ziel ist, Gott immer besser kennen zu lernen. Beziehungen haben Hochs und Tiefs. Es gibt Zeiten, in denen man viel miteinander spricht, Zeiten in denen die Worte fehlen - aus Liebe, oder auch aus Ratlosigkeit. Zeiten in denen man feiert, lacht, weint, diskutiert... Die Beziehung zu Gott ist das Wichtigste in unserem Leben, es ist kein Hobby und auch kein Tagesordnungspunkt, den wir zu Ende bringen sollen.

Wie kann man aber nun eine solche Beziehung zu Gott aufbauen, ohne dass man sich gleich wieder unter Druck setzt?

  • Wen gilt es hier zufrieden zu stellen? Das Gewissen? Gott? Besteht das Gefühl, es nicht gut genug für ihn zu machen? Denkst du Gott ist unzufrieden, wenn man ein paar Tage keine Zeit mit ihm verbringt?

  •  Wenn ich das Gefühl habe, nicht völlig angenommen und geliebt zu sein, auch wenn ich manchmal durch ganz tiefe Phasen in der Beziehung mit Gott gehe, werde ich immer unter Stress stehen, weil ich denke, und jetzt muss ich wieder an ihn denken und mit ihm reden.

GOTT LIEBT MICH OBWOHL ICH IHN NICHT IMMER "ANRUFE"

Egal ob ich mit ihm spreche - oder nicht!

Seine Liebe zu mir ist BEDINUNGSLOS.

 

Ich verstehe aber auch die Menschen die sagen: Ich habe sehr große Schuldgefühle... auf der einen Seite würde ich gerne und auf der anderen ist das doch alles nur ein toller Fantasy Roman.

Ich sitze zwischen Gott und einer riesigen Mauer an Schuld und Schuldgefühlen.

Hier ist es an der Zeit, diese Mauer einzureisen: Fehler zuzugeben, Sünden bekennen und Vergebung bekommen. 

Die Mauer ist WEG - sie gibt es NICHT mehr.


Schuldgefühle sind eine wirksame Mauer, die der Teufel benutzt, um einer Person weiterhin davon abzuhalten, Gottes Gegenwart zu genießen.

Diese Methode hat bei mir lange Zeit funktioniert, bis ich merkte, dass diese Schuldgefühle vom Gegenspieler Gottes kamen und nicht von Gott. Denn Gott reagiert nicht grimmig oder sauer, wenn wir Probleme damit haben, regelmäßig Zeit mit ihm zu verbringen.

Vielmehr freut er sich jedes Mal aufs neue, wenn wir ihm unsere Zeit schenken!

Er weiß mehr als wir selbst, dass Zeit das Kostbarste ist, was wir - außer uns selbst – zur Verfügung haben.

Du erleuchtest alle Schatten, erklimmst alle Berge um mir nachzugehen. 

Du zerstörst alle Mauern, vertreibst alle Lügen um mir nachzugehen.


Gott ist geduldig und freundlich. Er ist nicht verbissen, er prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Er verletzt nicht den Anstand und sucht nicht seinen eigenen Vorteil, er lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend! Gott freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Gott ist immer bereit zu verzeihen, er vertraut stets und verliert nie die Hoffnung und hält durch bis zum Ende. Gottes Liebe wird niemals vergehen. (vgl. 1. Korinther 13 4-8)