Alles wird neu - eine Ostergeschichte?


Wie stellt ihr euch Ostern vor?

Erinnert ihr euch noch an eure Kindheit?

Vielleicht hast du selbst Kinder und kennst die Fragen deiner Kinder.

Ich jedenfalls - ich arbeite in einem evangelischen Kindergarten.

Die letzten Wochen fingen wir an die Ostergeschichte zu besprechen/ sie zu erzählen.

Bevor wir die taten fragten wir die Kinder was sie denn schon alles über Ostern wissen.

Kinder schlugen mir vor das Osterhasen Buch zu lesen, denn dort wird ein kleiner Hase auf ein Abenteuer geschickt - er soll herausfinden wer denn dieser Ostern ist, warum er denn zu Besuch kommt und warum es gefeiert wird.

Aber davor "sprudelten die Kinder nur so vor Aufregung"

Hier einige der Zitate der Kinder (3-6 Jahre)

  • Der Osterhase bringt da Eier und wir müssen die auch noch suchen
  • Ich habe eine Barbie bekommen
  • Ostern heißt so, weil der Osterhase in der Natur lebt. Jesus ist doch auch in der Natur wieder aufgestanden
  • In einer Werkstatt werden bunte Eier gemalt.
  • Die Mamahase bringt den Kindern bei, dass sie schnell hüpfen müssen, wenn ein Fuchs kommt und die Eier klauen will
  • Wenn man nicht lieb war, bekommt man faulige Eier
  • Da ist doch der Liebe Gott geboren
  • Jesus ist da wieder zum Leben entstanden

Aber was ist jetzt wirklich an Ostern passiert, und warum feiern wir das überhaupt?

Heute ist Karfreitag, eigentlich ein Tag der Trauer ...

Aber ...

bald schon ist auch Sonntag - der Tag der Freude.

Wir grüßen uns dann mit: "Der Herr ist auferstanden" und ein anderer "Ja, Er ist wahrhaftig auferstanden". 

Aber was bedeutet das jetzt eigentlich für mich?

Was soll dieses Wunder an mir verändern? Was interessiert es mich, ob da jemand vor über 2000 Jahren den Tot besiegt hat, von den Toten auferstanden ist.

 

Ich habe lange drüber nachgedacht was ich hier schreibe, aber dann ist mir eine Sache klar geworden:

Der Tod hat nicht das letzte Wort.

Meine Vorstellung von Tod verändert sich dadurch was vor 2000 Jahren passiert ist, radikal.

 

In den letzten Einträgen von mir ging es um Tod. Tod eines Freundes, Tod eines geliebten Menschen und wie ihr sicher ebenfalls herausgelesen habt, fiel es mir nicht besonders leicht, sondern eher unglaublich schwer - diesen Tod zu akzeptieren.

Ich meine, wie kann ein junger Mann mit 23 einfach aus dem Leben gerissen werden.

Wie kann jemand mit schweren Verletzungen um sein Leben kämpfen und am Ende doch verlassen werden von diesem Allmächtigen Gott.

Wir haben so sehr auf Gottes Eingreifen gehofft, dafür gebetet, vertraut ... 

und am Ende war nur noch Enttäuschung da.

 

Aber ich konnte trotzdem darauf vertrauen, dass es Gott in der Hand hält.

Am Tag der Beerdigung als ich und sein bester Freund vorne standen und eine "Ansprache" hielten, hatte ich eine komplette Ruhe in mir. Ich spürte das erste mal seit langem Hoffnung, Zuversicht & dass er nun bei Gott angekommen sein muss.

Und die Zuversicht, dass ich ihn dort wiedersehen werde.

Diese Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod ist erst dadurch möglich, weil Jesus diesen Tod überwunden hat. Er hat gezeigt, dass er keine Macht über uns hat.

Trotzdem gibt es keinen Ausweg, den Tod hier auf Erden mit zu erleben.

Menschen ans Grab zu bringen, zu weinen, diesen "Schmerz" zu ertragen.

Aber das ist wohl menschlich - in diesem Zwiespalt müssen wir leben.

Das ist nicht immer leicht, aber jedes Jahr an Ostern können wir uns wieder erneut daran erinnern, dass es dort eine Hoffnung gibt - eine Zukunft bei Gott und all den Menschen die wir verloren haben.

 

Aber Jesus hat nicht nur den Tod besiegt, sondern auch: 

UNSERE Trennung zwischen Gott.

Zum Einen die Trennung durch unsere Schuld und Sünden, zum anderen aber auch unser Gefühl der "Gottverlassenheit" - das immer wieder auch bei den "Besten" Christen vorkommt.

Ich denke ich bin nicht die Einzige, die sich im Leben oft verlassen fühlt.

Die sich im Leben oft viel zu weit weg fühlt von diesem Gott.

Oftmals kommen wir an diesen Punkt, wenn wir eine schwere Krankheit haben, uns seelisch am Ende fühlen oder wenn unser Leben grade nur noch abwärts geht.

Wir beten dann und spüren NICHTS.

Es passiert einfach NICHTS.

 

Selbst Jesus, der am am Kreuz hing, fühlte diese "Gottverlassenheit"

"Mein Gott, Mein Gott, warum hast DU mich verlassen?" (Markus 15,34)

 

Ist es nicht krass, dass auch Jesus das Gefühl hatte nichts mehr zu haben...

doch dann: Greift Gott ein: Jesus ist wieder auferstanden!

Gott hat Jesus leiden lassen, ihn schlagen lassen, ihn bluten lassen - ABER:

Er hat auch diesem Leid ein Ende gesetzt.

Und genau so fühle ich mich sehr oft: Momente, da ist mein Glaube an Gott nur noch eine unsichtbare Überzeugung. Da spüre ich diesen "Tollen" Gott nicht nur eine Sekunde lang, aber weit entfernt spüre ich doch diese Gewissheit, dass er da sein muss.

Ich weiß, dass diese Augenblicke von "Verlassenheit" begrenzt sind.

Denn dass Gott eingreift, hat er mir schon mehrmals gezeigt.

 

Ostern - ein Neubeginn.

Jesus starb und stand wieder auf - eigentlich krass zu glauben!

Und noch krasser finde ich: Jesus war genau der Gleiche als er wieder auferstanden ist, und doch war er so viel mehr.

Wenn Jesus für unsere Sünden starb hat das eine mächtige Bedeutung für uns:

Äußerlich sehen wir gleich aus, aber innerlich sind wir "Neu geboren"

 

Also vergisst nie: NICHT nur an Ostern haben wir die Chance auf einen Neubeginn!

Ich kann JEDEN Tag ganz NEU beginnen: OHNE Altlasten, denn Jesus hat schon dafür bezahlt.

 

Und was macht es mit mir?

Eine Freundin (die mich vorher nie leiden konnte und komisch fand) sagte mal zu mir:

"Jessi, du bist irgendwie anders. Ich kanns nichts beschreiben, aber du hast was an dir das hab ich noch bei keinem Menschen gesehen. Du strahlst etwas aus das ist unglaublich." (S.)

 

Ich denke, dass dieses Wunder von Oster mein Leben radikal verändert.

Ich werde durch die Kraft Gottes zu einem komplett anderen Menschen.

Diese Liebe, die ich von Jesus erfahren habe in vielen Dingen, strahle ich aus, strahle ich auf meine Mitmenschen ab.

Ich lerne Menschen neu kennen und lerne sie mit Gottes Augen zu sehen.

Mir sind schon viele Menschen begegnet die sehr zurückhaltend waren, die sich komplett isoliert haben (so auch S.). Sie hat sich nach Liebe gesehnt, nach Ermutigenden Worten, nach Halt, nach einer Freundin die sie versteht und so annimmt wie sie ist.

 

Und glaubt mir, es ist nicht einfach täglich daran zu denken.

Mir fällt es unglaublich schwer, diese Bedeutung von Ostern in meinem Leben zu erkennen, sie anzunehmen.

Woche für Woche denke ich nicht an diesen Gott, weil ich viel zu beschäftigt bin mit anderen Dingen: Konzerte besuchen, Freundinnen besuchen, Netflix schauen, Facebook, Instagram... 

Und keine Sekunde davon ist mit Gott - dachte ich bis vor kurzem: Aber ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass ICH immer und überall mit Gott verbunden zu sein scheine - auch wenn ich auf Konzerten abhänge, ein Bier trinke oder in einer Cocktailbar sitze.

"Jessi du bist anders, du strahlst etwas aus, das ich mir nicht erklären kann, selbst wenn du am Abgrund stehst, lächelst du, hilfst anderen und siehst wie wundervoll das Leben ist - wie machst du das?" (T.)

Und ich dachte immer: Wofür war das jetzt? was hab ich heute erreicht?

 

 

Schauen wir uns eine Textstelle in der Bibel an, ging es den Jüngern an Karfreitag nicht anders, als mir fast jeden Tag.

Jesus hat seinen Tod zwar angekündigt, aber die Jünger hatten ihm nicht geglaubt, haben es nicht verstanden, wollten es vielleicht auch nicht verstehen.

Ihr komplettes Weltbild wurde zerstört, als sich dieser Jesus ans Kreuz schlagen ließ. Und sie stellten sich die selben fragen: Wofür war das jetzt? Welches Ziel hab ich erreicht?

Und Jesus Botschaft bedeutet: Es gibt ein Leben nach dem Leben und ein ewiges Ziel, auf das wir hinleben. Das hier ist nur eine Zwischenstation.

 

UND JETZT:

Steige aus deinem Hamsterrad aus,

nehme nicht alles mit im Leben,

konzentriere Dich auf das wichtigste.

Denn viele Dinge im Leben werfen einem Steine in den Weg die unnötig Kraft kosten, diese wieder wegzuräumen.


Passend zu Ostern wurde auch eine neue Singel rausgebracht.

Checkt sie aus, hört sie euch an - tragt sie in die Welt! 

Zeigt wie groß euer GOTT ist!

- Artist: Benjaminforgiven -


Und jetzt - genießt Ostern und denkt daran, warum wir feiern.

"Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden"

Und vergiss nicht: Dieser Satz hat nicht nur an Ostern eine Bedeutung für DICH.

Mein Ganzes Leben wird anders, wenn ich das wirklich Glaube und daran festhalte.