Die perfekte Welle


Die perfekte Welle

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme - also wer ihn noch nicht gesehen hat! 
Ab vor den Fernseher... unglaublicher Film.

 

Wie ihr in dem letzten Eintrag lesen könnt, ging es ums surfen!

Die Angst es trotzdem zu tun, die Angst zu überwinden.

Die Menschen die mich kennen, wissen dass das eine heftige Überwindung für mich war,

aber zugleich mein größter Traum den ich mir erfüllen durfte und seitdem immer wieder erfüllen darf, wenn ich in den Urlaub fliege.

 

Der Traum von allen Surfern: Die PERFEKTE WELLE finden.

So war dies auch der Traum von T. (aber kurz zur Vorgeschichte)

 

Bevor ich hier meine Geschichte erzähle solltet ihr wissen:

Direkt nachdem ich meinen Urlaub gebucht hatte, hatte ich bis zu meinem Abflugtag immer den selben Traum: dass mich 2 Kerle auslachen auf einem Volleyballfeld

 

2018 bin ich alleine umhergereist und mein Ziel war Fuerteventura. 

Eine wunderschöne Insel mit Traum Stränden, Traum Örtchen und unglaublichen Wellen. Ich war dort um zu entspannen, um mich auszuruhen und von allem und jedem abzuschalten.

Ich kam an meinem Hotel an, ging direkt zum Abendessen und dann runter zum Strand.

Der Sonnenuntergang machte mich sprachlos. Der Felsen auf dem ich stand, der mich über das komplette Meer schauen ließ, machte mich sprachlos. Die Schönheit dieser Insel ließ mich staunen.

Ich ging 2 Tage lang alleine durchs Hotel, ging alleine Essen, ging alleine Volleyball spielen und verbrachte den Tag über beim sonnen auf meiner Liege.

 

Bis zu Tag 3 - als mich 2 Schwäbische Kerle auf dem Volleyballfeld angequatschten und sich über meinen Sonnenbrand am Rücken lustig gemacht haben. - mir kam sofort mein Traum in den Kopf.

(zur Info, ich war alleine unterwegs und konnte mich an dieser Stelle schlecht alleine eincremen und ständig jemand zu fragen wäre irgendwie komisch gewesen, oder?) Wir verbrachten nun den Urlaub zu dritt.

 

Sie fuhren mit mir an eine Traumhafte Bucht (das war wie in einem Thriller: 2 Kerle nehmen eine Ladie mit an eine abgelegene Bucht und dann wird sie irgendwo hinter einem Felsen verge..... okey lassen wir das). Die Wellen peitschten gegen die Felsen die aus dem Wasser ragten, der Wind säuselte durch meine Haare und die Sonne brannte auf meiner Haut - immerhin konnte mir jetzt jemand den Rücken eincremen.

Die Jungs (T.,22 & L. 23) packten ihre Surfboards vom Dach des Autos, grinsten mich an, paddelten nach draußen und surften einige Wellen.

Ein Traum: Surfende sehr schöne Jungs... -hach hach- 

Und dann war ich an der Reihe, mein erste mal auf dem Brett (dies war vor meinem Kurs im Oktober) ich paddelte wie eine Irre, versuchte zu stehen und scheiterte. ein mal nach dem anderen - Naja die beiden Jungs hatten ihren Spass.

Zurück im Hotel angekommen, verbrachten wir die letzten Urlaubstage ganz gemütlich am Strand, auf dem Felsen mit der Gitarre (die zwei waren Christen und machten Worship & so nebenbei: T. Lieblingsband war "State Champs" ich war mehr als fasziniert, als er mein Lieblingslied dieser Band anstimmte ohne es zu wissen, dass ich sie auch kannte), beim Essen, beim Volleyball spielen und an der Cocktailbar.

Nach dem Urlaub - packte mich der Alltag und die Realität wieder.

Ich wurde ins kalte Wasser geworfen und musste sehen, dass das Leben wie es dort auf Fuerteventura war - zuhause nicht mehr war.

Sonnenuntergänge, ein Kuss am Strand, Wellen, Surfbretter, wundervolle Menschen ... 

 

T. hatte einen Unfall.

T. der Junge der mich  3 Tage zuvor noch am Strand geküsst hatte, der mit mir gebetet hat.

Der mich ausgelacht hat, weil ich ins Wasser gefallen bin wie eine Oma.

Der mich ausgelacht hat, weil ich gegen den Felsen gelaufen bin.

Der mich angestrahlt hat, als ich am Abend frisch geduscht und geschminkt in die Hotel Lobby fürs Abendessen gekommen bin. 

Der Kerl, wo ich mich sofort wohl gefühlt habe, und sein bester Freund L. direkt gemerkt hat dass hier was lief...

 

Er fuhr wie jeden morgen um kurz vor halb 7 los um pünktlich im Jugendheim anzukommen.

Er kannte den Weg.

Und auf einmal ... Nacht .... Dunkelheit, umgibt ihn und man hörte nur noch die Feuerwehrsirenen.

Sie schnitten ihn aus seinem Auto und brachten ihn sofort in die nächste Klinik.

Diagnose: Hirnblutungen, Rippenbrüche, Verbrennungen.

 

Er lag im Koma. Er ist ins Koma gefallen und 8 Wochen später eingeschlafen! 

Er ist einfach nicht mehr da.

Warum?  - ein LKW Fahrer hat ihm die Vorfahrt genommen.

 

"T. war sehr beliebt. Ein toller großer Bruder, ein super Heimerzieher, ein wundervoller Sohn, ein Chaotischer bester Freund, ein unglaublicher Sportler und ein kitschiger Trottel,

wenn es um Frauen ging."

Der Unfall verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

Aus gutem Grund wollte die Familie die Beerdigung NICHT öffentlich machen, aber:

es gab nur noch Stehplätze in der Kirche. Über 600 Menschen nahmen am Gottesdienst teil. (luki, 24)


Ihr glaubt gar nicht, wie viel Überwindung es mich kostet,

das hier nach fast über einem Jahr zu schreiben.

Öffentlich zu machen.

Aber ich will euch Mut machen - ich will euch ERMUTIGEN.

 

Egal wie schön es dort am Strand war und wie hart am Ende die Realität ist:

Manchmal hat Gott einen anderen Plan für Dich!

Manchmal verstehen wir die Pläne nicht - ich jedenfalls verstehe diese Sache nicht.

Vielleicht irgendwann, aber jetzt noch nicht.

 Manchmal versteht man es erst Monate später, oder sogar Jahre später.

Ich mein ja nur: warum schickt mir Gott Bilder, lässt mich die Menschen dann genau auf diese weiße Kennenlernen und "reißt" sie am Ende wieder aus meinem Leben.

 

Warum lässt Gott zu:

- dass ein Junger Kerl mit 22 ins Koma fällt und 8 Wochen später einschläft und stirbt?

- Warum lässt er seine Familie, seinen besten Freund so leiden?

- Warum passiert so etwas?

 

Ich weiß es nicht, aber eine Sache weiß ich:

Christen glauben daran, dass sie keinen Abschied feiern sondern eher ein:

"See you later, bis gleich"

 

 

 Ermutigung einer Freundin, als ich damit zu kämpfen hatte vor einem Jahr:

"Ich sehe, dass du DICH in deinem eigenen Schmerz eingeschlossen hast, aber ich werde MEINEN Zutritt nicht erzwingen. Ich werde GEDULDIG sein, draußen warten, bis du bereit bist mich einzulassen"

(Buch: Meine geliebte Tochter, Sheri Rose Shepard)

 

Das sagt Gott über MICH, über DICH, über UNSER LEBEN,

In allen Schicksalsschlägen die wir erleben und durchhalten müssen.

Er wartet, dass wir ihm die Tür öffnen, damit er eintreten kann.

 

Ich darf ihm vertrauen und weiß, dass er einen viel weiteren Blick haben muss als ich -

Du kannst dir dein Leben vorstellen wie ein Festumzug.

Jeder Zuschauer kann nur das sehen, was gerade jetzt in dem Moment bei ihm passiert.

Weder den Anfang noch das Ende kann er sehen. Aber es kommt.

Wenn man sich nun vorstellt, dass man im Hubschrauber sitzt,

kann man - durch den anderen Blickwinkel - die gesamte Parade sehen.

Und so verhält sich Gottes Plan für UNS.

Könnten wir Gottes Plan vom Anfang bis zum Ende sehen,

würde wir einiges mehr verstehen. Das was wir tun können ist: VERTRAUEN

 

Wie Paulus - er sagt: "dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen" (Römerbrief 8,28)

 


Mit diesem Lied, dass T. auf dem Felsen gesungen hat (mein absolutes Lieblingslied)

Möchte ich mich  verabschieden.

Ich möchte mich von dem Kerl verabschieden, der eine unglaubliche Lebensenergie hatte, eine unglaubliche Ausstrahlung und Power.

Ich habe lange mit seinen Eltern und L. hierüber gesprochen und wir sind der Meinung, es gibt viele Menschen die sich verstecken, wenn sie Verluste erleben, die sich in ihrem Zimmer verkriechen und nicht mehr herauskommen.

WIR sind der Meinung: Wir können der Welt zeigen, dass wir NICHT alleine sind.

 

Das BESTE kommt noch, und das hier ist nur eine Zwischenstation.

 

Es war mir eine Ehre T. kennengelernt zu haben. 

Noch mehr war es mir ein Privileg ihn surfen gesehen zu haben.

Er hat mir gezeigt und Mut gemacht an Träumen dran zu bleiben.

Es war Seine Leidenschaft zu surfen - eine noch größere Leidenschaft

die er damit verbunden hat war Gott. 

 

ER hat SEINE PERFEKTE WELLE gefunden.

ER HAT GOTT zu dieser PERFEKTEN WELLE gemacht.

 

Und noch eine Sache zum Schluss.

Er weiß jetzt viel mehr über diese perfekte Welle, als alle hier auf Erden.

- See you later Love -



Meine Bisherige Einstellung war: "Was kann die Zeit für ein Arschloch sein" (Songzitat: Wincent Weiss)

 

Und dann kam dieser Satz in mein Leben:

"Würdest Du T. wenn du könntest, nochmals ein Lächeln und ein Strahlen ins Gesicht packen,

bevor er sich von diesem Planeten verabschiedet.

Ihm zeigen, dass es etwas gibt worauf er sich freuen kann. Würdest du es tun? 

-JA ICH WÜRDE ES TUN -

auch wenn es mich 5 Jahre oder länger noch beschäftigt.

Denn das ist ein Mensch wert, egal was kommt!

Die Pädagogik sagt dazu:

... Wenns am schönsten ist....

(vgl.Zitat: Fil)

 

... und dann lösch ich das Licht, schau noch einmal zurück, es wird Zeit ich lass los...

(Max.Giesinger)