Angst als Maske oder doch als Antrieb?


Bevor es richtig losgeht, habe ich mit einigen lieben Menschen aus meinem Umfeld über das Thema ANGST gesprochen. Es ist echt erstaunlich, dass die meisten Menschen vor den selben Dingen Angst haben. 

Ich habe ihnen folgende Fragen gestellt:

1. Was macht dir Angst?

2. Wovor hattest du in deinem Leben am meisten Angst?


"die größte aller Ängste war der: Verlust,Verlust von lieben Menschen, Freunden, Familienmitgliedern.


"Erbkrankheit meines Vaters zu bekommen: Ich hatte schon die selben Symptome.

Ich hatte krasse Ängste, da mein Vater daran gestorben ist."

"Ich Hatte Angst, dass mein Kein bei seiner Geburt nicht ins Leben findet.

Ich habe versucht meine Ängste in Alkohol zu ertränken - bis ich gemerkt habe, dass die Biester schwimmen."


"Ich hatte immer große Angst: zu Leben. Ich hatte mit Drogen zu tun, mit Kiffern. Ich wollte nicht mehr Leben. Mein Leben hatte keinen Sinn mehr"

"Meine größte Angst ist es vor vielen Menschen zu sprechen. In der Schule Referate zu halten, auf der Bühne zu moderieren.... Grauenvoll."


"Angst vor neuen Dingen, neuen Lebensabschnitten. Angst davor es nicht hinzubekommen, zu versagen."

"Ich bin Perfektionist.

Ich habe Angst Fehler zu machen. Fehler in Beziehungen: Freunden, Familie, auf der Arbeit.

Ich habe Angst Fehler bei Gott zu machen: Ich finde es sehr schwer, daran festzuhalten, dass er schon längst dafür bezahlt hat."


"Alt werden. Nicht genügend Zeit zu haben."



3. Was hat dir geholfen diese Angst zu überwinden?

Kontakte:

Der Halt meiner Familie.

Der Halt meiner Liebsten Menschen.

Das da sein meiner Haustiere.

"Professionelle" Menschen

Beten - mit Gott in Kontakt sein. Er meint es gut mit mir, egal welchen Weg er für mich hat.

Gott ist auch gut, wenn die Umständen beschi**** sind.

Der Glaube daran, dass ER weiß, was er da oben macht.

Ich bin einfach so eingestellt, dass ich gelernt habe meine Ängste zu beeinflussen.

Ich gehe immer wieder an die Grenze der Angst und überzeuge mich davon, dass ich keine Angst haben muss.



Und nun zu mir.

In meinem Letzten Beitrag ging es um Masken.

Jeder Mensch hat Masken die er aufzieht um besser da zustehen, um mehr Anerkennung zu bekommen.

Jeder Mensch kennt die Masken die als Antrieb dienen, die einen voraus bringen und dennoch meist wieder 5 Schritte zurück werfen.

Mein größter Antrieb den ich Hatte war - Die ANGST.

 

Angst ist in vielen Fällen überlebenswichtig.

Sie schützt mich vor Dingen, die mir schaden können - ist somit also komplett natürlich.

Wenn ich nachdenke wovor ich am meisten Angst habe fallen mir einige Dinge ein:

Prüfungen, Autofahren bei Schnee, Feuer, Tot, Verlust von Menschen, Krankheit...

 

Aber diese Dinge sind bei mir nicht mehr so akut.

Es ist etwas anderes.

Ich erinnere mich ein paar Monate zurück, als ich mich auf Fuerteventura für ein Surfcamp angemeldet habe. 

Mein Herz raste, ich zitterte am ganzen Körper, als ich aus dem Flieger gestiegen bin. Der Kerl der mich abgeholt hatte, beruhigte mich, da ich zuvor noch nie surfen war. Ich malte mir sonst etwas aus was passieren könnte.

Im Camp angekommen, war meine Angst wieder größer - es waren um mich herum nur Surfer (die mindestens schon 1000 mal gesurft sind). Sie erzählten von Breaks, und Waves und Cuts... bei dem Wort Cut und bei dem Blut dass ich dann gesehen habe, wurde mir wieder Angst und Bange.

Am nächsten Morgen ging es los für mich.

Ich packte meinen Neoprenanzug und stieg in den Van. Zusammen mit anderen Anfängern ging es los zum erste Surfspot.

Es war atemberaubend - die Landschaft, die Wellen, das Wetter.

Die Angst war wie weg, bis ...

wir Richtung Strand liefen. Die Surfcoaches begannen das wichtigste zu erzählen und was war das wichtigste?

GENAU: "Wenn ihr vom Brett fallt, und auftaucht, schützt euren Kopf, sonst bekommt ihr das Brett ab und das kann echt schmerzhaft sein und sehr stark bluten" (zeigt seine Wunde am Kopf)"

Na super, jetzt stehe ich hier, mache mir fast in die Hosen und soll jetzt noch ins Meer gehen und so tun als sei alles gut.

 

Bei rauspaddeln erzählte mir ein Typ der schon öfter surfen war: "Ey so schlimm ist es nicht, nur manchmal bekommst Schnittwunden vom Felsen, wirst unter Wasser gedrückt, das kann manchmal Minuten dauern, oh und es gab schon einige Tote weil sie sich im Seetang verfangen habe"

Perfekter Start das als Nichtskönner zu hören. -urghs-

 

Mit Angst bin ich also in die Wellen gegangen, mit Angst und viel zu viel nachzudenken bin ich die erste Welle angestartet.

Und dann merkte ich, wie berechtigt meine Angst eigentlich war.

Die Wellen hatten "Bumms", sie ziehen und zerren an dir und deinem Brett.

Du kommst dir vor wie in einer Waschmaschine im Spülgang.

Meine Angst war also definitiv berechtigt, ich wurde vorgewarnt und konnte somit meine Erfahrungen trotz Angst sammeln - dies ist die "Positive" Angst.

 

Angst kann aber auch lähmen und negative Folgen haben. Sie kann dir das Leben erschweren. Sie nimmt dich gefangen.

Meine Angst zu versagen war wie ein Gefängnis für mich ... "Ich muss doch alles richtig machen, ich muss das hinbekommen..."

- Ich schlafe weniger, mir wird übel, ich werde krank, und nur weil ich mir viel zu viele Gedanken zu einem Thema mache.

 

Kennt ihr auch solche Momente, wo ihr nicht mehr weiter wisst?

Wo ihr euch selbst gefangen nehmt?

 

Schauen wir uns doch mal eine Geschichte in der Bibel an. Ich glaube diese passt hier am aller Besten - vorallem zu meiner Surfgeschichte.

In der Bibel gibt es einen Kerl der für mich am eindrucksvollsten bei diesem Thema ist.

 

Petrus - kennst du ihn?

Er war auf dem See Genezareth unterwegs und kommt in ein Unwetter.

Mitten auf dem See läuft ihm Jesus entgegen. 

Jesus ruft ihn zu sich und befielt ihm auf dem Wasser zu laufen. 

Petrus traut sich zuerst nicht, doch dann macht er einige Schritte auf dem Wasser auf Jesus zu.

Als er aber sieht wie stark das Unwetter wirklich ist, bekommt er Angst & beginnt zu sinken. Petrus fürchtet sich so sehr, dass es ihm "Den Boden unter den Füßen Wegzieht". Er versinkt in seiner Angst und Jesus muss ihn wieder herausziehen. Er sagt nicht: "Schwimm zu mir".

Nein! Er streckt die Hand zu ihm aus und zieht ihn wieder nach oben. Er rettet ihn. (Matthäus 14,22-33)

 

Diese Geschichte passt sehr gut zum Versprechen, das Jesus uns macht.

"In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. (Johannes 16,33)

 

Merke dir: Jesus verspricht nicht, dass wir keine Angst mehr haben müssen vor einem Sturm oder vor großen Wellen. 

Aber er erklärt etwas viel wichtigeres: Jesus hat die Welt überwunden. Er ist mächtiger als das, was uns auf Erden Angst macht. Er ist mächtiger als der Sturm, und er kann mich dort herausziehen und zurück ins sichere Boot bringen.

 

Und genau so ging es mir auch. Ich wusste an meinem Bein hängt ein Seil dass mich mit dem Surfboard verbindet. Wenn ich die Orientierung verloren habe, wusste ich, dass ich mich daran festhalten und mich wieder an die Oberfläche ziehen kann.

 

Natürlich haben wir hier auf Erden Angst vor Spinnen, Dunkelheit, Tot, Krankheit, dem Versagen.

Aber ich weiß, Jesus hat alles besiegt: sogar den Tod.

Und ist es nicht krass, dass wir mit dem sprechen können, der Todesangst hatte?

Ich glaube Jesus ist der Typ, der am Besten weiß wie es sich anfühlt Angst zu haben.

Im Surfcamp habe ich 3 Herzensfreundinnen kennengelernt. Die ganze Woche über haben wir bevor wir ins Wasser sind gebetet. Vereint am Strand aber auch vorallem in den tosenden Wellen.